Barracuda – Eine Rezension, uuund das Geld ist weg

Eine schöne Entdeckung auf der diesjährigen SPIEL war Barracuda vom Verlag Drei Hasen in der Abendsonne. Das Spiel kommt optisch harmlos daher, sorgt aber für Haareraufen und böse Verwünschungen am Spieltisch.

Kurzübersicht:
Autor: Christoph Cantzler
Verlag: Drei Hasen in der Abendsonne
Spieler: 3 – 5
Dauer laut Hersteller: 25 bis 45 Minuten
Altersempfehlung: ab 10 Jahre

Worum geht’s?

An der Strandpromenade liegen viele Bars, die alle auf Pächter und Partner warten. Da kommen die Spieler mit ihren prall gefüllten Brieftaschen gerade recht. Es wird fröhlich drauf los gepachtet und Partner mit ins Boot geholt. Sind erstmal alle Plätze belegt, wird weiter versucht, sich die Bars gegenseitig abzuluchsen. Am Ende gewinnt der Spieler, der eine Runde lang alle seine Figuren in den Bars platziert hat. Doch das Geld geht schnell aus und die Pacht will jede Runde bezahlt werden. Nimmt man dann doch lieber ein schlechtes Angebot an oder gibt eine Bar auf, um nicht pleite zu gehen?

Wie spielt sich’s?

Zu Beginn geht es in Barracuda gemächlich zu, doch später zieht das Spiel an. Alle Bars sind geschlossen und jeder Spieler muss zuerst eine Karte mit einem Lokal aufdecken und eine Figur als Pächter reinsetzen. Die Pacht wird ab der nächsten Runde jedes Mal fällig, wenn ein Spieler an der Reihe ist. Die Spielreihenfolge wird zu jeder Runde neu ausgelost. Noch hält das Startkapital alle Konkurrenten gut über Wasser. Manche Bars haben zwei Plätze. Der zweite ist für einen Partner. Ist man an der Reihe, darf man dem Pächter ein Angebot machen, um sein Partner zu werden. Verhandeln läuft hier immer nach dem gleichen Prinzip ab. Zuerst sprechen sich die Spieler, wenn sie wollen, ab und diskutieren über den Preis. Dann schiebt der Interessent dem Pächter verdeckt seine Geldscheine rüber. Das ist dann das bindende Angebot und muss nichts mit dem vorher abgesprochenen zu tun haben. Damit sich dabei schön bluffen lässt, kann man auch Falschgeld dazu legen. Diese Scheine haben keinen Wert und sollen nur das Geldbündel optisch ein wenig aufpeppen.
Nimmt der Pächter das Angebot seines potenziellen Partners nicht an, muss er aus eigener Tasche die Summe des Angebots dazulegen und alles Geld wandert an die Bank, so wird der Türsteher bezahlt, der den Möchtegern-Partner draußen hält. Somit hätten beide Spieler Geld verloren. Wird das Angebot angenommen, streicht der Pächter einmalig das Geld ein, und der Partner setzt sich ohne weitere Kosten in die Bar.
An der Stelle machten wir bei unserer ersten Partie den Fehler, dass wir die Partner-Plätze viel zu billig verkauften, später sind die echt Gold wert.
Natürlich lässt sich auch der Pächter-Posten übernehmen. Dafür muss wie bei der Partnerwahl ein Angebot unterbreitet werden, dass jedoch mindestens so hoch wie die Pacht der Bar ist. Lehnt der Pächter ab, muss er dem Interessenten das angebotene Geld zurück geben und noch mal die gleiche Summer oben drauf legen. So kann man selber Geld verdienen und dem Konkurrenten das Geld aus der Tasche ziehen. Oder man hat das Glück, oder Pech, eine neu Bar an der Backe zu haben, die jede Runde Pacht fordert.
Sollte ein Spieler einmal in die Verlegenheit kommen, nicht mehr bezahlen zu können, endet das Spiel, der Pleitegeier verliert sofort und gewonnen hat derjenige, der die meisten Figuren in den Bars hat. Falls die Spieler dem Zufall bei der Zugreihenfolge nicht vertrauen, können Sie auch darum bieten. Das kann praktisch sein, wenn man als letzter dran kommen will, wenn man darauf spekuliert, dass einem anderen das Geld ausgeht. Oder man will möglichst früh an der Reihe sein, um schnell die Runde mit allen fünf Figuren auf dem Feld zu beenden. Ein paar weitere Mechaniken machen das Spiel noch rund, etwa, dass man auch von sich aus Bars aufgeben kann.
Was zu Beginn noch recht locker anfängt, wird im Laufe einer Partie zum Nervenkrieg, in dem jeder hofft, noch eine Runde länger mit seinem Geld auszukommen. Richtig fies wird es, wenn einem mündlich ein tolles Angebot versprochen wird, der zugeschobene Betrag aber weit unter dem angesagten liegt, man dann jedoch gezwungen ist, diesen anzunehmen, um nicht Bankrott da zu stehen. Da werden Freundschaften hart auf die Probe gestellt.
Da je nach Anzahl der Spieler sich nur eine gewisse Anzahl an Bars eröffnen lassen, lässt sich das Spiel gut skalieren.

Fazit:

Barracuda überrascht positiv. Das Spiel kommt in seiner einfachen aber schönen Aufmachung harmlos daher, ist am Ende aber eine echte Zerreißprobe für die Harmonie am Spieltisch. Es geht um Bluffen, Zocken, Handeln und seine Mitspieler über den Tisch ziehen. Durch die Partner bilden sich kleine Allianzen, da bei Geschäftsübernahme auch der Partner rausfliegt. Wer auf Spiele mit Interaktion, harten Verhandlungen steht und sein Pokerface wahren kann, der sollte Barracuda unbedingt einmal ausprobieren.

Ein paar Bilder von der Präsentation auf der SPIEL:

Links:
Drei Hasen in der Abendsonne
Christoph Cantzler
(externe Links in neuen Tabs)

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