Spiel 2014 Rückblick: Funkenschlag Deluxe

Nach zwei Spielen wo es darum ging, seine Spielpartner aus den Latschen zu hauen (Conan und Armymals) gibt es nun ein klassisches Aufbauspiel: Funkenschlag Deluxe. Funkenschlag von Friedemann Friese, erschienen im 2F-Spiele Verlag, ist inzwischen zwar schon oldy but goldy hat aber dieses Jahr eine „Deluxe“ Neuauflage spendiert bekommen. Die erste Version von Funkenschlag erschien bereits 2001, damals wurden die Stromnetze noch von den Spielern per Hand aufgemalt (und wieder weggewischt). Funkenschlag Deluxe ist bereits die zweite Neuauflage des Spiels. Schon 2004 gab es eine überarbeitete Version, auf der die Deluxe Version basiert. Mit der Deluxe Version wurde das Spiel zum 10jährigen Jubiläum optisch und habtisch ins Jetzt geholt. Für mich ein guter Grund endlich mal diesen Klassiker anzutesten. Was ist Deluxe, an der Deluxe Version? Das Spiel wurde optisch komplett überarbeitet. Der Spielplan ist größer und übersichtlicher. Statt den USA und Deutschland (2004er Version) gibt es nun Europa und Nordamerika. Die Farben sind heller und freundlicher, die Grafiken zeitgemäßer. Es gibt neue Kraftwerke, Erdgas hat Müll als Rohstoff abgelöst. Die Rohstoffsteine sind hübscher gestaltet, so ist Öl beispielsweise ein schwarzer Öltropfen und Erdgas eine blaue Flamme. Das Papierspielgeld wurde durch Plastikchips ersetzt, die leichter zu handhaben und vermutlich langlebiger sind. Hinzugekommen ist ein neuer Zwei-Spieler-Modus. In diesem mischt ein gesichtsloser Großkonzern im Spielgeschen mit und behindert die beiden Spieler. Worum geht’s? Die bis zu sechs Spieler müssen Kraftwerke bauen und Städte an ihr Stromnetz anschließen um diese versorgen zu können. Dies bringt Geld aufs Konto wodurch neue Kraftwerke gekauft und neue Städte ans Netz angeschlossen werden können. Dabei muss der Rohstoffmarkt im Auge behalten werden, denn damit Kraftwerke Strom produzieren können müssen in ihnen Rohstoffe verfeurt werden die ebenfalls Geld kosten. Je rarer ein Rohstoff auf dem Markt ist, desto teurer ist er. Spiel_2014_FunkenschlagDeluxe Die Spieler können zu Beginn wählen, ob sie die Nordamerika- oder Europaspielbrettseite benutzen wollen. Das Testspiel war auf der Nordamerikaseite aufgebaut. Da wir nur zu dritt waren, wurde der Plan verkleinert. Ansonsten hätten wir zu viel Platz gehabt und wären uns beim Bau nicht in die Quere gekommen, was ja den Spielspaß ausmacht. Jeder Spieler erhält zu Beginn ein Startkapital von 50 Elektro, der Spielwährung. Der Kraftwerksmarkt besteht aus vier Kraftwerken, die versteigert werden. Der Startspieler wählt aus, welches Kraftwerk versteigert werden soll. Der Preis des Kraftwerks stellt das Grundgebot dar. Reihum bieten die Spieler auf das Kraftwerk, bis es seinen Besitzer gefunden hat. Nach den Kraftwerken kaufen die Spieler Rohstoffe vom Markt. Die Rohstoffe werden am Ende der Runde von rechts nach links nachgelegt. Stark nachgefragte Rohstoff bleiben dadurch teuer. Haben es alle Spieler beispielsweise auf Kohle abgesehen werden die günstigen Kohlevorräte schnell leerkgekauft werden. In der ersten Spielphase werden pro Runde nur 4 Kohle-Marker aufgefüllt, daher werden die Kohlepreise in der nächsten Runde entsprechend hoch sein. Spiel_2014_FunkenschlagDeluxe_close Nach dem die Rohstoffe gekauft und in die Kraftwerke verfrachtet wurden – ein Kraftwerk kann doppelt so viele Rohstoffe lagern wie es zur Stromerzeugung benötigt – werden die Städte angeschlossen. In der ersten Phase kostet es 10 Elektro einen Verteiler in einer Stadt zu errichten. Will man eine benachbarte Stadt anschließen kostet es den Preis für einen Verteiler plus die Kosten für die Leitungen. Diese lagen in unserem Kartenabschnitt zwischen 6 und 22 Elektro. Jede Stadt hat drei Plätze für Verteiler. In der ersten Phase darf nur auf dem ersten Verteilerfeld gebaut werden, in der zweiten dann auch auf dem zweiten und in der dritten auch auf dem dritten. Jeder Spieler darf nur einmal in einer Stadt vertreten sein. Es ist möglich bereits vom Gegner bebaute Städte zu überspringen, dafür muss man dann allerdings die Netzkosten für beide Abschnitte bezahlen, was sehr teuer werden kann. Als letztes in der Runde wird Strom erzeugt. Dafür werden die zuvor gekauften Rohstoffe in den Kraftwerken zur Energiegewinnung verfeuert. Je nach Effektivität der Kraftwerke kann ein Kraftwerk direkt mehrere Städte mit Strom versorgen. Nur für versorgte Städte gibt es am Ende der Runde Geld. Überschüssige Energie verpufft. Hat man beispielsweise in fünf Städten Verteiler stehen aber nur Kraftwerke die vier und zwei Städte mit Strom versorgen muss man sich entscheiden, ob man lieber nur vier versorgt und weniger Geld erhält oder die fünf mit Strom beliefert und trotzdem die Rohstoffe für sechs Städte bezahlt. Das Spiel gewinnt derjenige Spieler, der am Ende, wenn ein Spieler eine bestimmte Anzahl an Städten angeschlossen hat, die meisten Städte mit Strom versorgen kann. Dies muss nicht zwingend der Spieler sein, der die meisten Städte angeschlossen hat. Hat man sich vorher verkalkuliert und nicht genug Rohstoffe kann es dann schonmal mau aussehen. Alles in Allem ist Funkenschlag Deluxe ein gut gemachtes Wirtschafts-Taktikspiel, das vorrausschauende Planung und eine gute Übersicht über das Spielgeschehen erfordert. Unsere Proberunde ging sehr knapp aus, was wohl für dieses Spiel typisch ist. Dadurch blieb es bei uns spannend bis zur letzen Wertung. Wer sich die kompletten Regeln einmal durchlesen möchte findet diese kostenlos zum Download auf der Seite von 2F-Spiele. (externer Link in neuem Tab, direkt zum PDF Dokument) http://www.2f-spiele.de/ (externer Link in neuem Tab) In den kommenden Tagen werden noch weitere Rückblicke zu Spielen von der „Spiel“ 2014 folgen. Den Einführungsartikel zu der Reihe findet ihr hier. (klick mich) Den Artikel zum Conan Brettspiel gibts hier. (klick me like one of your hyborian girls) Einen kurzen Überblick zum Spiel Armymals findet ihr hier. (klick mich, wenn du Eicheln magst)

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