Spiel 2014 Rückblick: Armymals

Auf der „Spiel“ in Essen gibt es immer wieder Spiele, die man nur spielt, weil: „Hey Leute, hier ist ein Tisch frei!“.
Das muss nichts schlechtes sein, oft wird man gerade dann positiv überrascht, wenn man wenig erwartet.
Armymals von Titan Forge Games ist für mich so ein Spiel: Ein quietschbuntes Panzer-Gekloppe mit bis zu vier Spielern.

Spiel_2014_Armymals

Die Existenz dieses Spiels verdanken wir nicht zuletzt einer erfolgreichen Kickstarterkampagne. Pünktlich zur Spiel waren die ersten Exemplare fertig und Titan Forge Games präsentierte und verkaufte das Armymals in Essen.

Ok, es ist bunt, es gibt Tiere und Panzer, worum geht es hier eigentlich??
Das Spiel ist ein Strategiespiel, in dem jeder der Spieler zwei Panzer befehligt und Siegpunkte sammeln muss. Unser Hauptszenario war ein klassisches „Capture the Flag“. Wir spielten, bis ein Spieler acht Punkte hatte. Dabei brachte das Erobern einer gegnerischen Fahne vier Punkte, die Zerstörung eines feindlichen Panzers zwei und Nebenmissionen einen Siegpunkt. Als Nebenmission galt beispielsweise seinen Zug in Kontakt mit zwei gegnerischen Panzern zu beenden.

Achja, die Tiere… Damit das ganze möglichst knuffig und lustig daherkommt sind alle Charaktere niedliche Tiere, die verballhornte Namen bekannter Feldherren und Staatspersonen tragen. Beispiele gefällig? Jaguarus Caesar, Joan D’Sharc, Rammel, Winston Chinchill.. na, rollen sich euch schon die Fußnägel hoch? Kommt, einer geht noch, mein persönlicher Liebling: Narwhaleon Bonaparte.😀

Zu Beginn wählt jeder Spieler aus drei ihm zugeteilten Charakteren einen Commander und zwei Panzerfahrer. Der Commander kann seine Commander-Fähigkeit nutzen, um die Panzer zu unterstützen, die Panzerfahrer können während des Spiels von ihrer Fahrerfähigkeit gebrauch machen. Jeder Charakter hat sowohl Commander- als auch Fahrerfähigkeiten und kann zu Beginn nach belieben eingesetzt werden.

Reihum starten die Spieler einen Panzer, danach ist der andere Panzer an der Reihe, gespielt wird auf einer Hexfeldkarte mit diversen Hindernissen. Jeder Charakter hat ein Profil, das ihm eine Grundbewegung und Schuss-Reichweite vorgibt.
Zu Beginn des Zugs würfelt der aktive Spieler mit sechs Würfeln. Die Seiten zeigen Ziffern, Drehsymbole, Schusssymbole und Eicheln. Die Ziffern können dazu benutzt werden die Bewegungs oder Schussreichweite zu erhöhen. Drehsymbole erlauben eine Neuausrichtung innerhalb eines Hexfeldes, ansonsten muss für jede 60° Drehung ein Bewegungspunkt ausgegeben werden. Die Schusssymbole geben die Schusskraft an und die Eicheln bringen Eicheln, diese benötigt man um Aktionskarten zu spielen oder die Commanderfähigkeit zu nutzen. Aktionskarten erhält man für Zahlenpärchen.
Hat man einmal gewürfel darf man beliebig viele Würfel zur Seite legen und bis zu zweimal neu würfeln.

Bei uns gings direkt mit ordentlich Krawumm los. Ich scheiterte daran, mir den Weg zur gegnerischen Fahne frei zu schießen, wodurch ich ordentlich Schadensmarker auf meiner Charakterkarte ansammelte. Anschließend gelang es mir irgendwie die Fahne doch noch in meinen Besitz zu bringen und den halben Weg mit ihr zu meiner Basis zurückzulegen, bevor der Panzer dann endgültig hops ging und die Fahne wieder zu ihrer Heimatbasis teleportiert wurde. Zerstörte Panzer gelangen wieder, wie neu, zu ihrer Startposition, dürfen in der nächsten Runde aber nicht kämpfen.
Mein zweiter Panzer versuchte es an einer anderen Basis und wurde ebenfalls auf der Rückfahrt aufgerieben. Die Panzer zu trennen war wohl mein Hauptfehler.
Im Grunde war es ein wildes Gewürfel und eine ziemliche Glückssache, was man sich im Zug erwürfelt. Am Ende wurde nicht eine Fahne erobert, sondern der Sieg durch die meisten Abschüsse errungen. Laut den Titan Forge Mitarbeitern waren wir die ersten, die sich gegenseitig aufgerieben hatten. Alle Spieler vor uns haben einfach die Fahnen gesammelt.

Ich finde das Spiel ist ein lustiges Spiel für Leute, die schon immer Spaß an Games wie „Worms“ oder ähnlichem hatten, die bunten Farben und die lustigen Tiere sorgen dafür, dass man es sogar jemandem unterjubeln kann, der nicht auf militärische Spiele steht. Mit einem zweiten Spiel lässt sich Armymals sogar zu acht spielen.
Die größte Schwäche liegt im hohen Glücksanteil. Gerade wenn sich zwei Panzer Rohr an Rohr gegenüberstehen kommt es nur noch auf die Würfelhand an. Vom Strategiegehalt würde ich dieses Spiel irgendwo zwischen King of Tokyo und Risiko einordnen.
Armymals scheint nach dem ersten Test ein „Gute Laune Spiel“ mit schön gemachten Spielelementen zu sein, dessen taktische Tiefe man nicht zu ernst nehmen sollte.

Link zur Armymals Kickstarter-Seite. (externer Link in neum Tab)

In den kommenden Tagen werden noch weitere Rückblicke zu Spielen von der „Spiel“ 2014 folgen.
Den Einführungsartikel zu der Reihe findet ihr hier. (klick mich)
Den Artikel zum Conan Brettspiel gibts hier. (klick me like one of your hyborian girls)

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