Tutorial: Wikinger Truhe

Lager und Sitzplatz in einem, das bietet eine große Truhe.
Auf LARP- oder Mittelalterveranstaltungen ist so eine Truhe äußerst praktisch. Ihr braucht keinen extra Stuhl mitnehmen und könnt euren Kram mitten im Lager griffbereit haben haben, ohne alle Tische und Sitzgelgenheiten zu blockieren. Auch PET-Flaschen und anderes anachronistisches Zeug verschwindet nach Gebrauch schnell wieder von der Bildfläche.

Wikinger-Kiste

Diese Truhe ist an Wikinger Truhen angelehnt. Ursprünglich wurden sie wohl nur als kleinere Versionen von Archäologen geborgen. Ich habe mal gelsen, dass diese Truhen als Ruderbänke auf Wikingerschiffen zum Einsatz kamen. Der Nordmann bringt seinen Pröddel (ist das ein Dialekt Begriff? Pröddel = Kram 🙂 ) direkt in der Seekiste aufs Schiff und sitzt drauf. Wo ich das gelesen habe weiß ich schon nicht mehr, es klingt aber erstmal nachvollziehbar.
Diese Kiste, so wie ich sie gebaut habe, ist erstmal nicht historisch belegt aber nah dran.

Wikinger-Kiste-offen

Die Anleitung und der Bauplan:

Der Bauplan und die Anleitung stammen auch nicht von mir, sondern von Felix, einem Mitglied meiner LARP Gruppe. Er war so nett, mir die Veröffentlichung seines Plans und seiner Vorgehensweise zu erlauben.

Zu meinem Material: Ich habe günstiges Fichtenleimholz, geschmiedete Nägel, geschmiedete Scharniere und Hanfseil verwendet. Die Bretter sind aus dem Baumarkt, die anderen Sachen aus Onlineshops für den Mittelalterbedarf.

Felix‘ Anleitung, so wie er sie für unsere LARP Gruppe geschrieben hatte:

1. Maße anpassen. Für eine Person kann die Kiste schmaler. Kleine Menschen werden sie niedriger haben wollen.

2. Einpassen und Holz besorgen. Ich habe die üblichen Möbelbauplatten Nadelholz 18mm aus dem Baumarkt genommen.

3.Teile aussägen. Achtung, einige Kanten müssen schräg gesägt werden. Nur ein wenig, aber das zählt.

4. Das Bodenbrett steckt in den Seitenteilen – im Plan habe ich das nicht am Bodenbrett eingezeichnet. Ich hatte nach Plan die Höhe am Brett markiert und die Löcher durchgeschlagen und dann das Bodenbrett danach abmarkiert.

5. Feilen und Schleifen bis der Arzt kommt und/oder die Teile gut aneinander passen.

6. Löcher für die Nägel vorbohren. Ich habe die Anzahl nach Gefühl gewählt. Meine Quelle für die Nägel ist http://www.schildwerkstatt.de. Faustregel: Der Nagel ist 3x so lang wie die angenagelte Platte stark ist; daraus ergibt sich die Stärke. Meine Nägel ließen sich ohne Werkzeug mühsam fast vollständig durch die äußeren Löcher schieben, Edit: so als Vergleichsmaß. In das andere Brett gingen sie auch ca. 1cm rein. Ich habe lieber größer gebohrt, aus Sorge, daß der Nagel das dünne Brett spaltet. Da ich eh mit Handbohrern unterwegs war, habe ich erst mit einem kleinen Bohrer ungefähr die ganze Tiefe gebohrt und dann mit 1-2 größeren entsprechend kürzere Stücke.

7. Holz mit Hartöl behandeln. Das Zeug für Küchen-Arbeitsplatten hält die üblichen Bedrohungen gut ab.

8.Beschläge (meine sind auch von der Schildwerkstatt, auch wenn ich sie jetzt im Online-Shop nicht finde) zurechtbiegen und festnageln. Dazu die Nägel umkrampen und einschlagen.

9. Nägel an der Spitze leicht verbiegen und mit der abgeknickten Spitze paarweise zueinander hin einschlagen. Edit: Dadurch ziehen sie sich beim Einschlagen zueinander hin und halten viel besser. /Edit Ich habe dazu die Nägel lieber mal der Reihe um immer tiefer eingeschlagen, damit nicht ein fertiges Ende den Kasten verzieht.

10. Seil so ablängen, dass der Griff über der Oberkante auskommt. Durchfädeln, Achterknoten auf die Innenseite.

Weiter ausgestattet habe ich die Truhe nicht. Wer will, kann ja noch verleimen, die Fugen mit Wachs abdichten oder polstern.

Und der Bauplan:
Truhe-v44

Ihr müsst weit reinzoomen um die Maße zu lesen. Meine Kiste, die ihr oben auf den Bildern seht, ist 5cm. kürzer als auf dem Plan.

Ich hoffe dieser Artikel beflügelt euch selber zu Holzhandwerkern zu werden.
Wenn ihr Fragen, Lob oder Kritik habt könnt ihr das gerne in den Kommentaren loswerden. Ich werde Lob natürlich gerne an Felix weiterleiten.

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